Konstruktionswissen zentral verfügbar machen: Warum Konstrukteure suchen, statt zu konstruieren
Konstruktionswissen zentral verfügbar machen heißt: Normen, Richtlinien und Firmenstandards liegen als geprüfte, vernetzte Wissensseiten vor, statt verstreut in Netzlaufwerken und Köpfen. Konstrukteure fragen im Klartext und erhalten eine Antwort aus dem freigegebenen Firmenwissen. Jede Antwort wird nach menschlicher Freigabe gesichert und steht der nächsten Person sofort zur Verfügung.
Wo liegt Konstruktionswissen heute tatsächlich und was kostet das im Alltag?
In den meisten Konstruktionsabteilungen ist das Wissen vorhanden, nur nicht dort, wo gearbeitet wird. Normen und Werksrichtlinien liegen als PDF auf einem Netzlaufwerk, die Auslegungsregeln für Bauteile und Baugruppen stecken in älteren Zeichnungen, der Rest im Erfahrungswissen einzelner Personen. Wer eine Frage hat, verlässt das CAD-Fenster: Ordner durchsuchen, alte Zeichnung heraussuchen, im Zweifel den Kollegen fragen. Das kostet die Suchzeit, den Wiedereinstieg in die unterbrochene Konstruktionsaufgabe und die Zeit des Kollegen gleich mit. Der zweite Effekt ist der teurere: Dauert die Suche zu lange, wird nach bestem Wissen entschieden. So entstehen im selben Haus unterschiedliche Auslegungen desselben Standards, die erst in der Prüfung, in der Fertigung oder beim Kunden auffallen. Wer welchen Ordner sehen darf, regelt dabei die Dateiberechtigung im Netzlaufwerk - warum Zugriffsrechte auf Wissensebene besser aufgehoben sind, haben wir im Grundlagenbeitrag zur KI-Wissensdatenbank beschrieben.
Für Ihr Projekt heißt das: Ihr Problem ist selten fehlendes Wissen, sondern der Weg dorthin. Wer diesen Weg verkürzt, spart nicht nur Suchzeit, sondern reduziert Abweichungen, die später in Prüfung und Fertigung teuer werden.
Was passiert, wenn der Wissensträger durch Urlaub, Krankheit oder Ausscheiden wegfällt?
Für die Konstruktionsleitung ist das die eigentliche Frage. Solange die erfahrene Kollegin im Haus ist, funktioniert der Zuruf zuverlässig. Fällt sie aus, zeigt sich, wie viel des verbindlichen Firmenstandards nie geschrieben wurde: warum eine Baugruppe genau so ausgelegt wird, welche Ausnahme für welchen Kunden gilt, welcher Normstand intern als verbindlich gesetzt ist. Bei Urlaub und Krankheit ist das ein Terminproblem, beim Ausscheiden ein dauerhafter Verlust. In manchen Abteilungen kommt hinzu, dass der Ruhestand mehrerer erfahrener Wissensträger in einen engen Zeitraum fällt - die Altersstruktur ist planbar, der Wissensabfluss bisher nicht. Neue Mitarbeitende trifft dieselbe Lücke von der anderen Seite: Sie brauchen länger, bis sie die Firmenstandards kennen, und fragen dafür genau die Personen, deren Zeit ohnehin knapp ist.
Für Ihr Projekt heißt das: Dokumentiertes Konstruktionswissen ist keine Fleißaufgabe, sondern Ihre Auskunftsfähigkeit an dem Tag, an dem die Person nicht im Haus ist.
Wie lässt sich Konstruktionswissen zentral verfügbar machen, ohne den Arbeitsfluss zu unterbrechen?
Der Ansatz, den wir mit Quellwerk verfolgen, dreht die Richtung um: Nicht die Person geht zum Wissen, das Wissen kommt zur Frage. So haben wir den Kreislauf angelegt - in sechs flachen Schritten:
- Eine Abteilung stellt eine Frage im Klartext.
- Der KI-Assistent durchsucht den geprüften Wissensbestand der Abteilung: Normen, Richtlinien, Bauteile und Baugruppen, Konstruktionswissen, freigegebene Antworten.
- Daraus formuliert er einen Antwortentwurf.
- Eine fachkundige Person der Abteilung prüft und gibt frei.
- Die freigegebene Antwort geht an die anfragende Stelle zurück.
- Dieselbe Antwort wird als neue Wissensseite gesichert.
Entscheidend sind zwei Stellen. Schritt 4 ist fest im Ablauf verankert und nicht abschaltbar: Was zurückgeht, ist kein Modellvorschlag, sondern geprüfter Firmenstandard. Und weil Schritt 6 unmittelbar aus Schritt 5 folgt, entsteht Dokumentation als Nebenprodukt des Beantwortens.
Von der Frage über die menschliche Freigabe zurück in die Abteilung und in dieselbe Wissensbasis.
Für Ihr Projekt heißt das: Sie bauen keine zweite Dokumentationspflicht auf, sondern lassen den Wissensbestand aus der Arbeit entstehen, die ohnehin geleistet wird.
Wo greift der Konstrukteur zu - im Browser oder im CAD-Fenster?
Zuerst die Einordnung: Quellwerk ist nicht CAD-spezifisch. Der Wissenskreislauf arbeitet unabhängig vom Konstruktionswerkzeug und abteilungsübergreifend - der Zugang läuft über die Anwendung selbst und setzt keine CAD-Installation voraus. Weil aber jeder Fensterwechsel eine kleine Unterbrechung ist, haben wir zusätzlich eine optionale Anbindung an AutoCAD konzipiert: Frage im Klartext stellen, ohne die Zeichnung zu verlassen, dazu objektbezogene Hilfe zu einem markierten Element. Freigabe-Kreislauf und Rollenrechte bleiben dabei unverändert dieselben. Wichtig: Diese Anbindung ist ein Konzept, kein verfügbares Produkt - es gibt dafür weder eine Verfügbarkeitszusage noch einen Termin, und Quellwerk funktioniert ohne sie vollständig. Dass wir sie überhaupt denken, hat einen einfachen Grund: Wir entwickeln seit 1995 AutoCAD-Plugins und CAD-Automatisierung und sind autorisierter Autodesk-Entwickler.
Für Ihr Projekt heißt das: Bewerten Sie den Wissenskreislauf, der heute steht. Die AutoCAD-Anbindung ist eine zusätzliche Option und weder Voraussetzung noch Teil der Entscheidung.
Was passiert, wenn zu einer Frage noch keine Antwort existiert?
Das ist am Anfang der Normalfall, nicht der Ausnahmefall. Findet der Assistent im geprüften Bestand keine tragfähige Antwort, endet der Vorgang nicht mit einem Achselzucken: Die Frage geht per Knopfdruck an die zuständige Fachperson, zusammen mit einem Antwortentwurf, den diese korrigieren, ergänzen oder verwerfen kann. Die eigentliche Leistung liegt dabei weniger in der Formulierung als in der Zuordnung - die Frage landet bei der Person, die sie beantworten kann, statt in einer offenen Runde oder im Abteilungsverteiler. Nach der Freigabe geht die Antwort zurück und steht danach allen zur Verfügung, die dafür berechtigt sind. Der Eskalationspfad ist damit kein Fehlerpfad, sondern der Weg, auf dem ungeschriebenes Konstruktionswissen zum ersten Mal schriftlich wird. Jede Eskalation, die einmal durchlaufen ist, entfällt beim nächsten Mal.
Für Ihr Projekt heißt das: Der Nutzen entsteht nicht am ersten Tag, sondern in dem Maß, in dem die offenen Fragen Ihrer Abteilung einmal durch diesen Pfad gelaufen sind.
Wie werden aus wiederkehrenden Standardfragen wiederverwendbare Bausteine?
Ein Teil der Fragen in einer Konstruktionsabteilung wiederholt sich nahezu wortgleich: Layerkonventionen, Bemaßungsregeln, Nummernkreise für Normteile, die interne Auslegung einer Richtlinie. Für solche Fälle ist vorgesehen, aus wiederkehrenden Anforderungen sogenannte Skills zu formen - einmal angelegte Fähigkeiten, die danach jeder im Team abrufen kann, ohne sie im Einzelfall erneut erklären zu müssen. Abfragen, die regelmäßig anfallen, legen Sie zusätzlich einmal als zeitgesteuerten Ablauf an: täglich, wöchentlich oder monatlich, mit dem Ergebnis auf dem Tisch, ohne dass jemand daran denken muss. Beides ist in beiden Ausbaustufen enthalten, Basic wie Enterprise, und nicht der großen Stufe vorbehalten. Was dabei entsteht, ist weniger eine Suchhilfe als eine schrittweise Kodifizierung Ihrer Firmenstandards in der Konstruktion.
Für Ihr Projekt heißt das: Je stärker sich Ihre Fragen wiederholen, desto eher steht dem Pflegeaufwand ein wiederkehrender Nutzen gegenüber - die Fragen, die heute am meisten Zeit kosten, sind die ersten, die sich einmalig klären lassen.
Wo liegen die ehrlichen Grenzen dieses Ansatzes?
Drei Punkte, die wir nicht wegdiskutieren. Erstens kostet die Freigabe Prüfzeit, und am Anfang am meisten: Solange der Bestand dünn ist, landen viele Fragen bei der Fachperson, und jeder Entwurf will gelesen werden. Wer diese Zeit nicht einplant, bekommt entweder keine geprüften Antworten oder einen Stau vor der Freigabe. Zweitens hängt der Nutzen an der Pflegedisziplin: Werden Antworten nicht freigegeben und Standards nicht nachgezogen, veraltet auch eine KI-gestützte Wissensbasis. Deshalb geben wir Quellwerk grundsätzlich nur mit begleitendem Workshop ab, in dem zuerst Ihr bestehender Wissenspflege-Prozess analysiert wird - den Ablauf haben wir im Grundlagenbeitrag beschrieben. Drittens: Da bislang kein abgeschlossenes Kundenprojekt vorliegt, können wir keine Erfahrungswerte aus dem produktiven Betrieb liefern. Was hier steht, ist der Prozess, wie wir ihn angelegt haben - kein Ergebnis, das wir bereits gemessen hätten.
Für Ihr Projekt heißt das: Rechnen Sie mit Prüfzeit in der Anfangsphase und mit einer verantwortlichen Person je Abteilung. Ohne diese beiden Zusagen trägt der Ansatz nicht.
Ab wann lohnt sich das für Ihre Konstruktionsabteilung?
Wir halten den Aufwand dort für gerechtfertigt, wo mehrere Merkmale zusammenkommen: Dieselben Fachfragen tauchen über mehrere Personen oder Standorte hinweg wiederholt auf. Ein spürbarer Teil des verbindlichen Wissens existiert nur mündlich. Fluktuation oder Altersstruktur machen den Abgang von Wissensträgern absehbar. Und Ihre Normen-, Richtlinien- und Standardsammlung ist groß genug, dass Suchen darin heute schon regelmäßig Zeit kostet. Umgekehrt gilt: Ein kleines, eingespieltes Team mit gepflegtem Standard und ohne personelle Wechsel braucht das nicht. Zum Zuschnitt: Die Einstiegsstufe Basic ist auf bis zu 15 Arbeitsplätze in einer Abteilung ausgelegt - ein typischer Konstruktionsbereich passt damit in die kleinere Stufe; Enterprise ist unbegrenzt und ergänzt individuelle Module. Solange kein abgeschlossenes Projekt vorliegt, bleibt dieses Kriterium bei uns bewusst qualitativ.
Für Ihr Projekt heißt das: Prüfen Sie nicht, ob KI hilft, sondern ob Ihre Abteilung diese vier Merkmale zeigt. Treffen drei davon zu, lohnt sich das Gespräch - Details zum Produkt finden Sie auf unserer Produktseite zu Quellwerk.
FAQ
Müssen wir unser Wissen erst aufräumen, bevor wir starten können? Nein, und genau das ist der Punkt: Der Bestand wächst über die beantworteten Fragen mit. Ein vollständig sortiertes Wiki als Vorbedingung würde das Projekt an derselben Stelle scheitern lassen, an der klassische Wiki-Einführungen scheitern. Sinnvoll ist, mit dem zu beginnen, was ohnehin gefragt wird.
Können Konstrukteure Fragen stellen, ohne CAD zu verlassen? Quellwerk selbst ist nicht an ein CAD-System gebunden und wird unabhängig davon genutzt. Zusätzlich haben wir eine optionale Anbindung an AutoCAD konzipiert, die den Zugang aus der Zeichnung heraus ermöglicht. Diese Anbindung ist eine Ausbaurichtung, kein verfügbares Produkt - eine Verfügbarkeitszusage oder einen Termin gibt es dafür nicht.
Wer entscheidet, ob eine Antwort zum verbindlichen Firmenstandard wird? Eine fachkundige Person Ihrer Abteilung. Die KI erstellt den Entwurf, die Freigabe liegt beim Menschen und ist im Ablauf verankert. Ohne Freigabe geht keine Antwort zurück und wird keine Wissensseite geschrieben.
Was kostet der Einstieg, und für wie viele Arbeitsplätze reicht die Basic-Stufe? Basic startet ab 10.000 EUR zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer und ist auf bis zu 15 Arbeitsplätze in einer Abteilung ausgelegt. Enterprise wird individuell kalkuliert, ist im Benutzerumfang unbegrenzt und enthält zusätzlich individuelle Module. Das Angebot richtet sich ausschließlich an gewerbliche Kunden.
Funktioniert das nur in der Konstruktion? Nein, im Gegenteil: Quellwerk ist von vornherein abteilungsübergreifend angelegt und nicht auf Konstruktion oder CAD zugeschnitten - Vertrieb, Kundenservice, Fertigung und Montage durchlaufen denselben Ablauf. Die Konstruktion ist nur der Bereich, in dem sich die Kosten des Suchens am deutlichsten zeigen, weil dort Norm- und Standardfragen mitten in einer laufenden Zeichenaufgabe auftauchen.